Die zehn größten Fehler bei der Küchenplanung Dezember 2016

Wohnen Planung Kueche

Es gibt keinen anderen Wohnbereich, wo mit so viel Herz und Begeisterung geplant und diskutiert wird bis man schließlich zum - hoffentlich! - richtigen Ergebnis gelangt. Die Chancen hierfür liegen jedenfalls ganz gut, wenn man einige allzu häufige Fehler vermeidet. Welche das sind, zeige ich in diesem Blogeintrag.

1. Deine wahren Anforderungen ignoriert

Das Angebot an Küchen ist unüberschaubar groß. Leicht verliert man den Überblick oder lässt sich von einzelnen Ideen partout nicht mehr abbringen. Verlier' dich nicht in Details - die ergeben sich am Ende automatisch.

Tipp: Gehe jetzt in deine Küche und mache Fotos von Arbeitsplatte, Schränken, Herd und Spüle. Wiederhole diesen Versuch ein paar Mal zu unterschiedlichen Tageszeiten oder Anlässen.

Wenn du nun die Fotos in Ruhe analysierst, stell' dir folgende Fragen: Benötige ich etwa mehr Platz oder ist dieser ausreichend? Sollte man etwas verstecken, zB die Espressomaschine, benutztes Geschirr, noch immer nicht verstaute Einkäufe? Wie sieht es nach dem Kochen aus? Bin ich jemand, der alles gleich sauber macht, oder lass' ich mir damit Zeit, weil ich eben Essen und Gesellschaft möglichst sofort und lange genießen möchte?

2. Ausschließlich auf die Trends geachtet

Haselmaier Küche

Ganz egal ob modern, verspielt, Landhaus, skandinavisch oder gar rustikal - die Küche muss zum Benutzer passen

Zugegeben, auch mir gefallen italienische oder skandinavische Designerküchen. Nur werden diese oft ausschließlich für Fotoshootings gemacht, kochen muss da niemand.

Eine Küche ist aber nunmal auch ein Arbeitsplatz. Nebst Design spielen folglich auch handfestere Dinge eine tragende Rolle: zum Beispiel die richtige Materialwahl, die Langlebigkeit verspricht ist und einfach zu reinigen ist. Grifflose Küchen liegen zwar ebenso im Trend, aber Ergonomie bei täglicher Bedienung sieht anders aus. (Zu letzterem Problem haben wir übrigens tolle Lösungen entwickelt, die ein komfortables Handling ermöglichen und dennoch modern aussehen.)

3. Zu unordentlich für offenes Design

Moderne Küchen sind - genauso wie moderne Architektur - oft offen. So ist die Küche in der Gestaltung von einem versteckten Arbeitsplatz in den vergangenen Jahren zum Zentrum des Beisammenseins geworden. Dumm nur, dass Einkäufe, schmutziges Geschirr oder der laufende Geschirrspüler diesem Trend nicht folgen wollen. Bin ich ein sehr ordentlicher Mensch, dann ist eine offene Küche kein Problem. Andernfalls sollte man Möglichkeiten ins Auge fassen, wie man so Manches vielleicht doch besser versteckt. Hinter Rolläden oder in tiefen Spülen geht das beispielsweise ziemlich gut ohne dem modernen Trend einer offenen Architektur entgegen zu wirken.

Haselmaier Küche

Offenes Design - was stören könnte verschwindet schnell im Schrank

4. Einen Verkehrsstau produziert

Das Layout einer Küche ist zum größten Teil durch den Raum vorgegeben. Doch innerhalb dieser Grenzen besteht doch einiges an Flexibilität - und mit etwas Erfahrung lassen sich selbst verwinkelte Räume gut auflösen. Beim Planen stelle ich mir oft die Frage, was die Kunden wirklich oft machen, und was man nicht ganz so wichtig nehmen muss. Dass man für Dekanter, Flasche Rotwein und den zugehörigen Öffner die Küche zweimal durchqueren muss, ist wohl gar nicht so schlimm, weil man's ja nicht mehrmals täglich macht. Sofern Abwaschen und Wegwerfen, Kochen und Besteck oder Aufbewahrung und Abstellfläche sinnvoll kombiniert sind, ist schon viel Gutes gelungen. Tipp: Oft platziere ich den Kühlschrank abseits des Zentrums, damit er während des Kochens auch für eine zweite oder dritte Person zugänglich bleibt.

5. Strom vergessen

Es ist wohl kein Geheimnis, dass wir mit immer mehr Elektrogeräten hantieren - und diese benötigen nun mal Energie. Sei's nun eine Designer-Küchenmaschine auf der Kochinsel oder ein iPad, dem die Kochbücher Platz machen mussten. Mit Steckdosen oder Steckerleisten kann man es meiner Erfahrung nach kaum übertreiben. Espressomaschinen (Siebträger) sind ein weiterer Trend, der oft zwei Mal Strom (für das separate Mahlwerk) sowie einen zusätzlichen Wasseranschluss benötigt. Eine gut geplante und hochwertige Tischlerküche bleibt auch für die Zukunft flexibel: Eine weitere Steckdose samt Leitung sind oft schnell - und folglich kostengünstig - nachgerüstet.

6. Kleine Kinder nicht einbezogen

Die Küche wird dich über viele Jahre begleiten; vielleicht wirst du dir die Küche also auch mit Kleinkindern teilen. Pass auf, denn sie haben besondere Ansprüche hinsichtlich Sicherheit und Ergonomie. Viele Utensielien sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden - Haselmaier bietet dir hier auch temporäre und unsichtbare Lösungen, um etwa Schränke und Laden kindersicher zu machen.

Küchen sind oft auch ein beliebter Ort für Kinder zum Spielen. Trage dem Wunsch deiner Kinder Rechnung, indem du ihnen eine Spielecke samt einer kleinen Sitzgelegenheit bietest. Später kann so etwas einer Pflanze oder einem anderen Wunsch weichen.

7. Schlecht beleuchtet

Ich muss es wiederholen: Die Küche ist ein Arbeitsplatz, und daher benötigst du helles, direktes Licht. Da du deine Lebensmittel - allein schon aus hygienischen Gründen! - in Echtfarben sehen willst, ist "kaltes" Licht von Vorteil, da dieses dem Sonnenlicht am Nächsten kommt.

Gleichzeitig ist die Küche aber auch Ort für die Sinne und hier ist warmes, indirektes Licht deutlich angenehmer.

Achte also darauf, für beide Situationen das richtige Licht zu haben. Ich habe in letzter Zeit tolle Lösungen mit versteckten Lichtleisten, die etwa auch über Smartphone steuerbar sind, gesehen.

8. Platz falsch eingeschätzt

Bei der Planung einer neuen Küche tun sich viele Kunden mit dem Platzbedarf schwer. Einfache Lösung: Messe die Gesamtbreite all deiner bestehenden Schränke; nimm das Doppelte bei hohen Kästen. Mit diesem Wert kannst du deine aktuelle Situation sehr leicht mit deiner Planung vergleichen.

9. Gewürze nett präsentiert, aber zerstört

Haselmaier Küche

Zu guter (vor-)Letzt ein Wort zum Thema Gewürzregal: Es sieht nett aus und viele Hobbyköchinnen wünschen sich eines direkt über dem Herd. Dennoch bleibt der richtige Lagerort für Gewürze ein trockener, dunkler Ort. So bleiben die Aromen deutlich länger erhalten, und ganz nebenbei ist so eine Vielzahl ein kleinen Fläschchen und Gläschen auch wegen des Verschmutzens besser in einer großzügigen Lade oder einem Apothekerschrank aufgehoben.

10. Zu viel im Internet gesurft;-)

Letztlich geht's bei Küchen um das Bauchgefühl. Wir beraten dich gerne an unseren Standorten in Wien und Scheibbs, oder aber auch vor Ort. Wir freuen uns über einen Anruf oder eine E-Mail!


Zusätzliche Tipps

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Wolfgang Haselmaier, Gründer & Tischler mit Leib und Seele